Die Roten Raben haben ihre bisher erfolgreichste Saison beendet: Sie holten sich den DVV-Pokal, wurden Vierter im CEV-Pokal und belegten am Ende den zweiten Platz in der Bundesliga. Zudem schafften sie es, diese Saison in der heimischen Vilstalhalle ungeschlagen zu bleiben. Sie gewannen auch ihr letztes Spiel gegen den USC Münster mit 3:0 (25:11/25:13/25:22).
Da auch der Schweriner SC sein Spiel gegen Allianz Volley Stuttgart mit 3:0 gewann holten sich die Damen aus Mecklenburg Vorpommern mit zwei Punkten Vorsprung den deutschen Meistertitel. So bleibt den Roten Raben – trotz einer überaus erfolgreichen Saison – unnötigen Niederlagen bei VCO Berlin, dem USC Münster oder dem VC Wiesbaden nachzutrauern.
Zu Hause zeigten die Roten Raben bei ihrem letzten Spiel in dieser Saison aber noch einmal, was alles in ihnen steckt. Sie legten los wie die Feuerwehr. Beim 6:1 für die Raben hatte Münsters Trainer Axel Büring bereits die zweite Auszeit genommen. Doch die Raben ließen sich davon nicht im geringsten aus dem Konzept bringen. Angefeuert von 1410 Zuschauern spielten sie, als ob es sich um ein Trainingsspiel handeln würde. Wie so oft waren es die Angaben, die den Schlüssel zum Erfolg der Roten Raben bildeten. So dauerte es ganze 19 Minuten, bis die Raben den ersten Satz mit 25:11 locker nach Hause schaukelten.
Ganz so einfach lief es im zweiten Satz dann aber nicht mehr. Münster ging mit 3:1 in Führung und man merkte es den Gästen an, dass sie sich nicht kampflos ergeben wollten. Allerdings schafften die Raben beim 4:4 den Ausgleich und hatten bei der ersten technischen Auszeit den Abstand auf 8:4 vergrößert. Danach gaben die Raben wieder so richtig Gas und die Büring-Truppe hatte dem konzentrierten Spiel der Raben nur mehr wenig entgegen zu setzen. Folgerichtig lagen die Raben bei der zweiten technischen Auszeit mit 16:6 in Führung und zogen von da ab ungestört ihre Bahnen. Mit versteinerter Mine musste Münsters Trainer Axel Büring mit ansehen, wie seine Mannschaft auch den zweiten Satz deutlich mit 25:13 verlor.
Im dritten Satz ließen es die Raben erst einmal deutlich ruhiger angehen; und das wurde von den Münsteranerinnen auch gleich bestraft. Wie schon im zweiten Satz gingen sie mit 3:1 in Führung. Doch nach einer Auszeit von Raben-Trainer Guillermo Gallardo legten die Raben eine Schippe drauf und schafften mit der ersten technischen Auszeit die 8:7-Führung. Aber dieses Mal schafften es die Raben nicht, sich deutlich von Münster abzusetzen. Auch bei der zweiten technischen Auszeit betrug der Vorsprung nur einen Punkt (16:15): und in diesem Stil ging es weiter. Die Raben legten einen Punkt vor und Müster zog nach. Doch da griff das Publikum ein. Sie peitschten die Raben regelrecht nach vorne und verwandelten die Vilstalhalle wieder einmal in einen Hexenkessel. Und das Ende vom Lied: Nach 26 Minuten machten die Raben den Sack zu und holten sich mit 25:22 den dritten Satz und damit den 3:0-Sieg.
Raben-Trainer Guillermo Gallardo sprach seiner Mannschaft, die in der kommenden Saison einige neue Gesichter sehen wird, ein großes Kompliment aus. Obwohl sie mittlerweile 38 Spiele absolviert hat – deutlich mehr als alle anderen deutschen Teams – habe sie noch einmal eine prima Leistung geboten. Das bestätigte auch Münsters Trainer Axel Büring.
Für Raben-Manager Klaus-Peter Jung-Kronseder ist dieser zweite Platz kein Grund, sich die Feierlaune verderben zu lassen. Aus seiner Sicht haben die Roten Raben eine der erfolgreichsten Spielzeiten hinter sich. Gewinn des DVV-Pokal, Vierter im CEV-Pokal und Zweiter bei der deutschen Meisterschaft. Dazu die Erfahrungen, die Mannschaft und Management in dieser Saison gemacht hatte; das sind Dinge, die nicht durch Titel aufzuwiegen sind.