SCC Berlin überliegt evivo Düren: Berlin im Halbfinale

Der SCC Berlin hat das Halbfinale in der Volleyball-Bundesliga erreicht. In einem phasenweise sehr hochklassigen Duell konnte die Mannschaft aus der Hauptstadt erstmals seit langer Zeit ein wichtiges Duell in der Arena Kreis Düren für sich entscheiden. „Wir hatten unsere Chancen“, sagte Dürens Trainer Sven Anton nach der schmerzhaften Niederlage.

Wie schon in Berlin konnte Düren die herausgearbeiteten Möglichkeiten jedoch nicht so konsequent nutzen wie der SCC. Und deswegen trugen die Berliner letztlich verdient den 3:1-Sieg davon. 22:25, 25:23, 20:25, 23:25 lauteten die Satzergebnisse aus Dürener Sicht.
Berlin hat die Partie gegen energisch kämpfende Dürener gewonnen, weil die Mannschaft von Trainer Michael Warm mit starker Block- und Feldabwehr oft eine Antwort auf die guten Dürener Angriffe hatte. Mit verantwortlich dafür war unter anderem der ehemalige Dürener Jaroslav Skach, der in den entscheidenden Phasen mit viel Risiko spielte und dafür sehr häufig belohnt wurde. So spielte der 33-Jährige beim Stande von 23:22 im vierten Satz für seine Mannschaft aus einer Notsituation heraus einen überraschenden Aufsteiger über Kopf auf Felix Fischer, den der Berliner Blocker im Dürener Feld versenkte. Kurze Zeit später war es erneut Fischer, der den Matchball verwandelte. Zudem hatte Düren große Probleme mit Berlins Längstem, Markus Böhme. So sehr sich der evivo-Block mühte; gegen die Angriffe des 2,10-Meter-Mannes war kein Kraut gewachsen. Dass die Partie die gesamte Distanz über auf des Messers Schneide gestanden hat, lag vor allem am Dürener Kampfeswillen und der Weigerung, die Viertelfinal-Serie nach zwei Spielen enden zu lassen.

In Satz eins spielte Berlin mit guten Flatter-Aufschlägen von Jaromir Zachrich einen 14:11-Vorsprung heraus. Zwar konnte Heriberto Quero zwischenzeitlich mit einem Block gegen Jiri Popelka auf 14:15 verkürzen. Am Satzende waren es zwei hoch abgeschlagene Angriffe von Böhme, die Berlin die entscheidende Führung zum 24:20 brachten. Satz zwei begann mit starken Abwehraktionen der Berliner und einer 10:8-Führung. Das Blatt wendete sich mit einem Block von Malte Holschen gegen Böhme zum 15:13 für Düren. Dann war Quero-Zeit. Der Dürener Angreifer schraubte die Führung mit einer spektakulären Aufschlagserie auf 20:14 hoch. Doch der SCC blieb im Spiel, da der eingewechselte Mark Dodds es Quero gleich tat. Mit dem Glück des Tüchtigen und zwei Netzrollern glich der SCC bei Dodds Aufschlägen zum 22:22 aus. Berlins Popelka war es schließlich, der seinen Angriff gegen die Netzantenne schlug und Düren den Gewinn des zweiten Satzes bejubeln ließ.
Durchgang drei begann mit einem Schock. Berlins Angreifer Aleksandar Spirovski verdrehte sich bei einer Landung nach einem Angriff das Knie und musste verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Sebastian Fuchs auf das Feld. Spät im Satz waren es die Berliner, die sich vorentscheidend absetzen konnten. Ein Dürener Angriffsfehler sorgte für die 19:17-Führung der Berliner. Anschließend patze die evivo-Annahme und der SCC war vorentscheidend auf 20:17 enteilt.
In den vierten Satz startete Düren wie die Feuerwehr, führte 6:2. Doch der SCC spielte unbeeindruckt weiter und übernahm nach einigen Dürener Annahme-Fehlern mit 12:10 die Führung. Als der eingewechselte Fuchs schließlich einen schwierigen Ball aus dem Hinterfeld ins evivo-Feld bugsierte, führte Berlin 17:14 und schien auf dem sicheren Weg zum Sieg zu sein. Doch Düren zwang Berlin zu schlecht vorbereiteten Angriff und glich zum 18:18 aus. Unglücklich aus Dürener Sicht in den folgenden Momenten: Das Schiedsgericht ahndete eine Doppelberührung von Skach und einen offensichtlichen Netzfehler der Berliner nicht. Düren diskutierte – auch, weil die Berliner bei eigenem Aufschlag immer wieder einen irregulären Sichtblock stellten – und verlor die Konzentration kurzzeitig. „Wir haben es mit dem Sichtblock drauf ankommen lassen“, kommentiere Skach. „Aber der Schiedsrichter hat es uns kein mal abgepfiffen.“
Darauf, dass Skach und Fischer anschließend zwei Mal spektakulär zugeschlagen haben und dass der SCC insgesamt die bessere Leistung abgeliefert hat, hatten diese Entscheidungen allerdings keinen Einfluss. „Das war ärgerlich am Ende des vierten Satzes. Aber der Sieg für Berlin geht in Ordnung“, sagte Sven Anton. „Hätten wir vorher im Spiel nicht den einen oder anderen Fehler gemacht und unsere Chancen besser genutzt, dann wäre es sicher in den fünften Satz gegangen. Wir hatten es in der Hand.“ Sein Gegenüber Michael Warm fasste das Spiel so zusammen. „Beide Mannschaften haben das gespielt, was sie können. Und dann sind wir im Moment einen Tick besser.“ Berlins Matchwinner Jarolsav Skach machte seinem ehemaligen Verein Evivo Düren am Ende ein Kompliment. „Sie haben es uns sehr schwer gemacht. Das hätte leicht anders herum ausgehen können.“

Während der SCC sich jetzt auf das Halbfinale gegen Titelverteidiger VfB Friedrichshafen vorbereitet, beginnt in Düren die heiße Phase der Personalplanung für die kommende Saison.

Quelle bzw. Autor: evivo Düren

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